Nachdem wir von „Vilcabamba“ aus nochmals ca. 15 Kilometer zurück gefahren waren, um unsere Tanks bis zum Anschlag mit billigem Diesel aufzufüllen, ging es los Richtung Grenze. Der Teer hörte auf und es begann eine urige Urwaldpiste. In den Bergen hatte es wohl die letzten Tage sehr stark geregnet und teilweise sahen wir Murenabgänge, die Schlammmassen über die Piste spülten, so dass wir sogar den Allrad einlegen mussten. Kurz vor einer Furt durch einen kleinen Fluss – wir fuhren gerade durch etliche Pfützen – schaltete ich runter in den zweiten Gang, als es plötzlich einen lauten Knall tat und daraufhin das Kupplungspedal auf dem Bodenblech liegen blieb … „Oh nein – nicht hier im Schlamm das Kupplungsseil austauschen!!“. Da der Motor abgewürgt war, startete ich ohne Kupplung im zweiten Gang und wir fuhren durch den kleinen Fluss auf die andere Seite der Mulde, auf der es trockener war. Ein kurzer Check ergab, dass sich „nur“ die Haltespange des Kupplungsseiles am Pedal aufgebogen hatte und so das Seil einfach rausspringen konnte. Ich baute die Haltespange aus, bog sie wieder zusammen und sicherte die offene Seite mit einem Schlauchbinder.

Kurz vor der Grenze wurden wir von einem Militärposten kontrolliert den wir fragten, ob wir 50 Meter weiter auf einem kleinen Platz die Nacht verbringen könnten – klar kein Problem! Gracias! Die Nacht war ruhig und am nächsten Morgen beobachtete ich zwei der Beamten, die vor unserem Auto posierten und gegenseitig Handyfotos machten. Moment- ich will auch mit drauf!

Nach einer lustigen Fotorunde fuhren wir die letzten drei Kilometer zur Grenze und waren bei der Ausreise ganz schnell abgefertigt. Bei der Einreise nach Peru allerdings dachten wir, wir seien irgendwo bei der versteckten Kamera gelandet. Die Personeneinreise ging ja ganz schnell – aber der Zöllner bei der Fahrzeugeinfuhr stellte alles bisher Dagewesene in den Schatten. Am Computer füllte er das Formular aus und fragte uns immer wieder, ob das so richtig sei was er da mache … An der Wand neben dem PC hing ein Formular mit Fahrzeugkategorien und er fragte mich, welche Kategorie er nehmen sollte – ich nannte ihm die Kategorie, die ich für passend hielt, aber er konnte die Zahlen selbst nicht erkennen – ich schrieb die Zahlen von dem Formular auf einen Zettel, den er sich vor die Tastatur legte und dann von dort abtippte. Mich fragte er dann noch, wo er am PC jetzt auf „Drucken“ gehen muss und wie er das Formular in den Drucker legen muss, damit die richtige Seite bedruckt wird. Rini und ich wir mussten uns so sehr zusammenreißen um nicht laut loszulachen – das Ganze war sowas von lustig … Irgendwann hatten wir dann tatsächlich unser Einreiseformular in der Hand und durften weiterfahren. Zora war die ganze Zeit im Auto und keiner hat gefragt bzw. das Auto kontrolliert.

Zwei Backpacker aus Karlsruhe fragten uns dann noch, ob wir sie bis in die nächste Stadt mitnehmen könnten – sie hätten überhaupt kein peruanisches Geld und an der Grenze gab es keine Wechselstube. Ja, klar … In der nächsten Stadt holten wir Geld, kauften ein paar Vorräte auf dem Markt und beschlossen, noch ein paar Kilometer gemeinsam weiterzufahren, um abends zusammen einen Nachtplatz zu suchen. Wir fanden an einem Fluss einen tollen Strand – an dem die beiden ihr Zelt aufschlugen – und wir zusammen am Ufer unser Abendessen einnahmen. Innerhalb von einer halben Stunde hatte Rini 26 Mückenstiche am Hintern und ich die Beine zerstochen von Beißfliegen – das lästige Stechvieh hatten wir schon ganz vergessen. Wir verabschiedeten uns von Adrian & Melli und fuhren nach „Cocachimba“, wo wir vor der Touristeninfo übernachten konnten.

Am nächsten Morgen schnürten wir die Wanderschuhe und los ging es – zum angeblich dritthöchsten Wasserfall der Welt. Nach ca. fünf Kilometern standen wir vor dem „Catarata de Gocta“. 771 Meter fällt hier das Wasser in die Tiefe und bildet auf dem Fall nach unten einen hauchfeinen Nebel, der das ganze Tal abkühlt. Unglaublich vor dieser Kulisse zu stehen. Den Rückweg fanden wir durch einen ausgedehnten Aufstieg etwas beschwerlich und Zora war auch am Ende. So blieben wir noch eine Nacht länger vor dem Office stehen und fuhren ausgeruht weiter in Richtung „Chachapoyas“.

Vorher bogen wir aber erneut von der guten Straße, auf eine 30 Kilometer lange Schotterpiste, ab – die uns wieder hoch in die Berge nach „Karajia“ brachte. Von dem kleinen Ort aus liefen wir ein paar Kilometer den Berg hinab und dann sahen wir sie in der Felswand stehen – die bildschönen „Sarcofargos de Karajia“. Aus Holz und Ton wurden die Sarkophage vor Jahrhunderten gefertigt und in die Felswand gestellt. Einige fielen irgendwann runter und zerbrachen – die menschlichen Knochen liegen bis heute noch unterhalb der Felswand. Wir waren wieder einmal ganz allein vor dieser unwirklichen Kulisse und als ob es bestellt gewesen wäre, flogen noch unzählige Papageien umher, die ihre Nester in der Felswand hatten. Zurück am Auto überlegten wir, ob wir hier über Nacht bleiben sollten, oder die 30 Kilometer zurück zur Hauptstraße schaukeln sollten – wir fuhren zurück und kamen am Abend im kleinen Städtchen „Chachapoyas“ an, welches wir am folgenden Tag besichtigten.

Allerdings kann diese Kolonialstadt in unseren Augen nicht mit den prächtigen Städtchen in Kolumbien mithalten – es gibt zwar (wie eigentlich überall) einen hübschen Stadtplatz, der mit einer Kirche und Kolonialbauten umsäumt ist, aber von der Aufmachung her alles viel einfacher gehalten und bei weitem nicht so charmant.

Nach einem ausgiebigen Rundgang zogen wir weiter auf der engen Straße bis zum Abzweig nach „Kuelap“. Wieder auf einer unbefestigten einspurigen Straße, die sich eng an einen Berghang schmiegt, ging es bergauf und tief in ein Tal hinein. Unterhalb der Ruinen von Kuelap konnten wir übernachten und waren am nächsten Morgen um acht die ersten Besucher. Den gesamten Ruinenkomplex hatten wir für uns allein und konnten so in der zweit-wichtigsten Inka-Ruinenstätte Perus (nach Machu Picchu) in aller Ruhe umherschlendern. Erst als wir mit unserer Besichtigung fertig waren kamen die ganzen Colectivo-Busse mit den zahlreichen Besuchern. Inzwischen wird an einer Seilbahn gebaut, die es Touristen ermöglichen soll, einfacher nach Kuelap zu kommen – ohne den beschwerlichen Weg um das ganze Tal herum.

In „Leymebamba“ besuchten wir dann ein ganz toll aufgemachtes Museum, in dem unter anderem eine enorme Anzahl von Mumien ausgestellt wird. Im ersten der vier Räume wollte Rini gerade einen Schaukasten mit Stoffen fotografieren, als sie mit einem panischen „NONONO – NO FOTO!“ daran gehindert wurde. Also absolutes Fotografierverbot im Museum und es gab nicht mal irgendwelche Broschüren oder Ansichtskarten zu kaufen, die man hätte mitnehmen können. So bleiben uns die zusammengeschnürten Mumien, die in wehklagender Weise die Hände vors Gesicht schlagen, nur in der Erinnerung erhalten. Als wir am Ende der Ausstellung angelangt waren und noch einmal an den Anfang zurück gingen, war überall das Licht schon ausgeschaltet und alle Schaukästen dunkel. Wir hatten das Gefühl, als wolle man hier Besucher so schnell wie möglich wieder los werden – schade – die Ausstellung war nämlich eigentlich wirklich sehr interessant.

Weiter Richtung „Cajamarca“ mussten wir wieder einmal den Anden-Hauptkamm überqueren und übernachteten auf einem Pass (3600 m). Am folgenden Tag führte uns die Straße spektakulär durch die Anden – Kurve an Kurve schlängelten wir uns durch die Berge – hoch und runter, hoch und runter – am Abend hatten wir insgesamt über 7500 Höhenmeter hinter uns. Das Spannende ist dabei immer wie lange wohl der Teer hält – denn sehr oft passiert es, dass wir auf Asphalt dahinrollen und plötzlich – wie aus dem Nichts – ist es vorbei mit der ruhigen Fahrt und eine Schlaglochpiste übelster Art beginnt. Man kann dann auch nie abschätzen wie lange das wohl so geht – 5, 10 oder 50 Kilometer – immer sehr spannend! Farbig markierte Straßen in der Karte sagen niemals etwas über den tatsächlichen Zustand aus und so ist es auch absolut unmöglich, anhand von Karten zu sagen, ob man eine jeweilige Strecke in einem Tag schafft oder nicht.

In Cajamarca besorgten wir in einem Baumarkt einen neuen Druckluftschlauch – der alte war abgeknickt.  Außerdem fragte ich wieder in einigen Ersatzteilläden nach Bremsbelägen – wie immer war die Antwort „NO!“ – Nachdem wir in Kolumbien unsere Ersatzbeläge verbauen mussten, hätten wir gerne wieder welche auf Reserve. Naja, mal sehen …

Als nächstes stand der legendäre „Canon del Pato“ auf dem Programm – die „Entenschlucht“. Vorher musste allerdings bei „Mollepata“ noch ein Tal überquert werden – Einspurig und in engen Serpentinen haben die Straßenbauer das Teerband so dermaßen krass an den Hang geklatscht, dass es einem echt schlecht werden kann – aber absolut sehenswert und ein echtes Highlight!

Einen Teil der dann später folgenden EINSPURIGEN(!) Entenschlucht, mit ihren ca. 40 Tunnels, haben wir dann auf Film gebannt – fahrt doch ein kleines Stück mit uns mit!

In „Caraz“ machten wir ein paar Besorgungen und fuhren dann auch gleich weiter zur „Laguna de Paron“. Steil ging es wieder einmal bergauf und ab Kilometer 16 wurde die Piste richtig übel. Es war viertel nach fünf und am Parkeingang war die Schranke bereits geschlossen – der Ranger meinte man könne nur bis fünf Uhr in den Park – aber er machte für uns trotzdem nochmal auf – und so fuhren wir den schmalen Weg in engen Serpentinen bergauf. Neben uns eine 1000 Meter hohe, senkrecht aufragende Felswand und kein Platz für die Nacht – Angst vor Steinschlag hatten wir auch ein bisschen und so fuhren wir so lange weiter, bis es fast dunkel war. Neben dem Weg fand sich dann – irgendwann und irgendwie – genug Platz für uns und wir verbrachten die Nacht auf 3600 Metern Höhe.

Am Morgen zeigte das Navi noch 10 Kilometer bis zur Lagune an. Ich wollte gerade den Motor starten und hatte den Zündschlüssel nur BERÜHRT, da drehte der Anlasser schon den Motor, was ist das denn? Nach einem kurzen Dreh war der Anlasser still und ich konnte starten … Naja, dachte ich – mal beobachten. So schaukelten wir weiter bergauf. Kurz vor der Lagune sahen wir plötzlich einen Toyota Hilux um die Kurve biegen – NEIN – so ein Zufall! Jessy und Benny aus der Schweiz – immer wieder kreuzen sich unsere Wege. Ein kurzes Schwätzchen und wir zogen weiter. An der Laguna de Paron angekommen, verschlug es uns erst mal die Sprache – ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch, im Hintergrund majestätisch aufragende schneebedeckte Berge und dazu noch strahlender Sonnenschein – was will man mehr??? Den folgenden Aufstieg zum „Mirador“ (Aussichtspunkt) mussten wir uns dann hart erkämpfen. Die letzten 200 Meter führten über riesige lose Granitfelsen, dann blickten wir auf die Lagune unter uns und die gigantischen Berge vor uns – Herrlich! Übrigens … Kommt euch der Berg eventuell bekannt vor? Es handelt sich um eben den Berg, der als Vorlage für das Logo von „Paramout Pictures“ diente. Am Anfang eines jeden Spielfilms der Filmgesellschaft zu sehen.

Es war dann eine kalte und teilweise schlaflose Nacht auf 4200 Metern – am Morgen fanden wir Eis auf der Scheibe und die Webasto musste ran – eine Stunde tat sie ihren Dienst – dann streikte sie und beschloss, dass ihr das dann doch zu wenig Luft sei zum Arbeiten. Die Sonne kam hinter dem Berg hervor und es wurde schnell warm. Ich wollte gerade den Motor starten als der Anlasser schon wieder bei der kleinsten Berührung des Zündschlüssels den Motor drehte. Grrrr … Wir verabschiedeten uns von dem Ranger, der an der Lagune Dienst schiebt mit einem Bier (worüber er sich riesig freute) und rollten wieder abwärts, zurück nach Caraz, wo wir uns auf einem ganz kleinen Campingplatz einnisteten.

Der Besitzer war super nett und ich fragte ihn, ob ich auf dem Platz ein wenig am Auto arbeiten dürfe – klar kein Problem. Wenn ich irgendetwas brauche, solle ich nur Bescheid sagen. Gracias! Der linke Spurstangenkopf war ausgeschlagen und ging nicht raus – ich baute den Halter ab und fuhr mit Jamie, dem CP-Besitzer, in die Stadt zu einer Werkstatt – um den Kopf auspressen zu lassen. Vorsichtshalber nahm ich noch die alten Bremsbeläge mit. Das Auspressen ging recht schnell und Jamie meinte dann, wir fahren noch zu einer anderen Firma wegen den Bremsbelägen. Dort meinte man mal wieder – „NO“ – Neue hätten sie nicht, aber in zwei Stunden könne ich die Beläge wieder abholen – sie würden auf die alten Trägerplatten frische Beläge nieten – Juhu! Ich baute dann noch das Zündschloss aus, zerlegte es soweit es ging, reinigte und fettete alles und siehe da – es machte wieder das, was es soll und nicht mehr.

Auf dem Campingplatz wurde es voller. Irene und Simon kamen angerollt, außerdem einige Peruaner mit VW T3 und einem T1, die hier ein kleines Bullitreffen veranstalteten, gesellten sich zu uns. Es war eine lustige Runde und wir erfuhren viel über die Probleme der Teilebeschaffung von T3-Besitzern in Peru. So hatte sich z.B. einer der Runde einen Toyota-Dieselmotor in seinen Bulli eingebaut, weil es dafür in Südamerika einfach alles gibt … war aber eine abenteuerliche Konstruktion 😉

Nach vier Tagen verabschiedeten wir uns von allen, denn wollten noch eine große Runde durch den „Nationalpark Huascaran“ drehen – und zwar über eine der angeblich schönsten Bergstraße der Welt. Der Abzweig war schnell gefunden und wir schraubten uns wieder in die Höhe. Auf 4700 m gab es dann einen Tunnel durch das Bergmassiv – im Tunnel hingen Eiszapfen von der Decke und Eisplatten bedeckten die Fahrbahn – Asphalt und Schotter wechselten sich regelmäßig ab und hinter dem puppigen Örtchen „Chacas“ fanden wir einen netten Stellplatz am Rande des örtlichen Fußballfeldes. Ich hatte schon wieder was am Auto zu tun – der derzeitig wichtigste Ausrüstungsgegenstand hatte von jetzt auf dann seinen Dienst versagt – unsere Hupe! Die Sicherung war durch – eine neue flog nach 3x hupen auch wieder. Ich baute die beiden Hupen aus, reinigte alle Kontakte und stellte fest, dass die Hupe mit einer 10A-Sicherung abgesichert sein müsste – es war aber nur eine 7,5A verbaut. Ich änderte das gleich und seit dem hupen wir wieder schön laut – so wie das hier alle machen … 🙂

Am nächsten Tag endetet der Asphalt komplett und wir fuhren hoch zu einer Lagune auf 4700 Metern – da die Straße extrem schlecht war beschlossen wir kurzerhand zurückzufahren und die Runde über die nördliche Straße, anstatt über die südliche Route, zu drehen. Leider standen wir nach 20 Kilometern vor einem Schotterberg. Ich lief nach vorn und sah eine total zerlegte Brücke über einen Fluss – kein Durchkommen. Jetzt blieb uns nur noch die Möglichkeit die Passstraße noch einmal in die andere Richtung zurückzufahren.

Eigentlich wollten wir in großen Schritten Richtung Küste – eigentlich … Es war bereits spät und wieder einmal kein Nachtplatz weit und breit, als ich im Augenwinkel wieder ein Hinweisschild auf den „Nationalpark Huascaran“ sah und dahinter eine Wellblechpiste, die sich in der endlosen Weite verlor. Wir bogen ab und nach nur wenigen Kilometern befanden wir uns in einer komplett anderen Landschaft. Keine Bäume, keine Häuser, keine hupenden Autos – nichts … überhaupt nichts war da, außer der grandiosen Natur. Wir parkten im Dunkeln neben der Piste auf 4200 m und am nächsten Morgen schnürten wir die Wanderschuhe und bestiegen unseren „Hausberg“, um die herrliche Aussicht zu genießen.

Der Parkeingang war auch schon zu sehen und so beschlossen wir, die Runde durch den Park zu fahren. Die meisten Besucher fahren nur bis zum Gletscher und dann wieder zurück, wir fuhren ganz durch und knackten dabei unseren eigenen Höhenrekord um 4 Meter !!! 🙂 Jetzt also 4838 m! Im Park wurden wir wieder mit Ausblicken auf die unwirkliche Bergwelt belohnt und sahen hier auch eine der seltensten Pflanzenarten, die „Puya raimondii“ – die größten Bromeliengewächse (zu denen auch Ananaspflanzen zählen) der Erde.

Wir waren so froh, diesen Abstecher gemacht zu haben – auch wenn die Piste teilweise extrem schlecht war – es hat sich gelohnt, seht selbst 😉

Innerhalb von zwei Tagen ging es für uns dann nur noch bergab an die Küste, wo wir kurz vor Lima noch einmal übernachten wollten – unsere App „iOverlander“ spuckte einen Campingplatz aus und wir buchten uns ein. 15 Soles pro Person – OK, nicht gerade günstig, aber passt! Wir waren mal wieder die einzigen Besucher. Ich parkte ein und zog los um die Duschen zu checken. Rini stieg in der Zwischenzeit mit Zora aus. Als ich zum Auto zurückkam kam der Typ vom Campingplatz auf mich zu und meinte irgendwas von 20 Soles extra … Ich verstand ihn erst nicht – bis er mir ein kleines Schild am Eingang zeigte – darauf stand 15 Soles p.P. und 20 Soles für Haustiere. AHA!? Neue Abzocke gefunden, was? Drei Hunde begrüßten in der Zwischenzeit Zora und markierten ihr Revier rund um unser Auto. Ich sagte, dass wir das nicht einsehen und wieder fahren würden. Ich nahm unsere Geld zurück und wir verabschiedeten uns. Eine Tankstelle, mit einem großen abgesperrten Parkplatz dahinter, war dann die einzige Möglichkeit für uns, um sicher über Nacht zu stehen. Ich konnte sogar das Passwort für das Wifi vom angrenzenden Motel bekommen und somit hatte der Platz mehr zu bieten als der Camping 🙂

Lima, 8,5 Millionen Einwohner und da mussten wir einen Tag später durch – oh je … Etliche Kilometer vorher begann der Verkehr bereits dichter zu werden und wir schwammen mittendrin mit. Rechts, links, vorn und hinten – es wurde in einer Tour gehupt – aus drei Spuren wurden auch mal fünf gemacht und wehe man ließ auch nur die kleinste Lücke – sofort stach da jemand rein. Heil und ohne Kratzer im Autoviertel angekommen, fanden wir einen neuen Ölfilter (gar nicht so einfach hier) und bei einer FIAT-Vertretung fragte ich nach einem Kurbelwellensimmerring (in letzter Zeit hängen ein paar Tropfen Motoröl am Getriebe). Leider konnten sie weder mit der Fiat-, noch mit der Iveco-Teilenummer etwas anfangen. „Also fahren wir halt doch zu der Iveco-Vertretung in Lima – ist ja nicht weit …“ – Haha! Als wir weiterfahren wollten hörten wir nur ein „Klack“ beim Dreh vom Zündschlüssel. AHHHHHHH – das Voltmeter zeigte 11,5 V – Batterie tot. Das muss man sich mal vorstellen: da verreckt uns die Starterbatterie direkt im Zubehör-Viertel von Lima. Das Aus- und Einbauen hat länger gedauert als die Beschaffung einer neuen Batterie. Glück gehabt! 🙂 Die Firma „Motored“, welche in Peru Iveco-Teile verkauft, haben wir dann auch noch besucht und mal vorsichtig angefragt – überaus Hilfsbereit haben sie sich sofort um mich bemüht – verwundert waren sie, dass ich gleich mit einer Artikelnummer und einem Foto ankam. Nein – das hätten sie nicht auf Lager – dauert ca. 30 Tage und kostet 110 Dollar! Nein Danke – das dauert zu lange. Fünf Minuten später legt mir ein anderer Mitarbeiter den augenscheinlich passenden Simmerring auf den Tresen und meinte, den hätte er mal im Lager gesehen. Ich drei ??? über dem Kopf, die Artikelnummer verglichen – Nein … das passt nicht. Trotzdem das Teil noch schnell vermessen – Mist! – 3 mm zu groß. Trotzdem Danke!

Es wurde Nachmittag und wir fuhren in Lima zum „Club Germania“. Angeblich darf man auf dem Gelände zwei Nächte kostenlos übernachten, wenn man einen deutschen Pass hat. Wir sollten uns im Hauptgebäude melden und mit einer abgestempelten Passkopie wieder zum Eingang kommen – dann könne der Security-Guard uns rein lassen. Hinter dem Tor sahen wir bereits ein Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen und so waren wir guter Hoffnung, dass alles klappt. Rini blieb mit Zora im Auto und ich ging ins Office. Dort telefonierte man erst einmal lange um mir dann mitzuteilen, dass sich wohl die Vorschriften geändert hätten und der „Verein“ nur noch ein Camping-Fahrzeug auf dem Gelände duldet. Wir sollten warten. Eventuell fahren ja die anderen heute Abend noch – so genau konnte uns dass keiner sagen. Aber – das taten sie natürlich nicht. So verbrachten wir vor dem Eingangstor des Clubs eine Nacht auf der Straße mitten in der Millionenstadt Lima – es war eine sehr ruhige Nacht und wir schliefen gut. Am nächsten Vormittag verschwand das andere Wohnmobil und wir durften den Platz belegen. Eine Shoppingmall in der Nähe bescherte Zora ein warmes Jäckchen (fast jeder Hund in Lima trägt lustigerweise Vlies, ob Werkstattköter oder Schoßhündchen) – da sie sehr schnell friert wenn es nachts kalt im Auto wird. Wir beide gönnten uns am Abend seit ewiger Zeit mal wieder ein richtiges Sushi bei Mr. Sushi. Es gab sogar „Ceviche Sushi“ – Ceviche ist roher Fisch, der in Zitronensaft eingelegt wird bis er gar ist. Schmeckt absolut genial!

So, das war es erstmal wieder von uns dreien. Danke, dass ihr dabei seid und bis bald …

  • gefahrene Strecke: 2.543 km
  • Schäden bzw. Verschleißteile:
    – Haltespange vom Kupplungsseil aufgegangen – zugebogen und gesichert
    – Druckluftschlauch geknickt – erneuert
    – Spurstangenkopf links – erneuert
    – Hupe – Kontakte gereinigt, Sicherung korrigiert
    – Zündschloss Wackelkontakt – zerlegt und gereinigt
    – Starterbatterie plötzlich gestorben – erneuert
    – Kurbelwellensimmerring hinten leicht undicht – unter Beobachtung
  • Verluste: keine
  • Plattfüße: keine
  • Ausrüstungs TOPPs:
    STREICHHÖLZER!! – auf über 3000 m gibt unser elektrisches Feuerzeug nämlich den Geist auf

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