Den „Club Germania“ in Lima verließen wir mit dem Gefühl, dass wir dort nicht wirklich willkommen waren … Der Verkehr spülte uns auf die Ausfallstraße, auf der wir recht schnell das „Moloch Lima“ verlassen konnten.

Unser nächstes Ziel war der ca. 300 Kilometer weiter südlich gelegene „Nationalpark Paracas“. Auf perfekter Autobahn ging es immer an der Pazifikküste entlang. Bereits weit vor der Stadt „Pisco“ fingen die riesigen Weinanbaugebiete an – hier entsteht das berühmte und gleichnamige Getränk Pisco. Am Eingang zum NP bezahlten wir die obligatorischen 20 Soles (ca. 6 €) und durften einfahren in eine spektakuläre Landschaft, die man so vielleicht irgendwo in Afrika vermutet hätte. Wir ließen noch Luft aus den Reifen, dann hatten wir drei Tage lang Spaß in diesem riesigen Gebiet und fanden traumhafte und spektakuläre Wildcampingplätze in einer unwirklichen Umgebung. Bei einer „Bergbesteigung“ wunderten wir uns über unsere Kondition – es fiel uns nämlich plötzlich alles ganz leicht. Wir konnten es uns nur damit erklären, dass wir lange in großen Höhen waren und wir deshalb viel mehr weiße Blutkörperchen hatten.

Wir verabschiedeten uns vom NP und damit auch erstmal für lange Zeit von der Küste. Unsere Route führte uns nach „Nazca“ zu den berühmten Nazca-Linien. Die „Panamericana“ verläuft vor dem Ort Nazca über etliche Kilometer kerzengerade aus – geradewegs durch das riesigen Linien-Areal. Ein Aussichtsturm ermöglicht es den Besuchern, aus ca. 20 m Höhe einen kleinen Blick auf die mystischen Linien zu erhaschen. Wir taten das natürlich auch – aber um einen wirklichen Eindruck zu bekommen, muss man sich ins Flugzeug setzten. Rini war dafür allerdings nicht zu begeistern. Wir übernachteten direkt am Flughafen von Nazca. Am Morgen bestieg ich zusammen mit drei Italienern eine Cessna C206. Die Sicherheitseinweisung bestand darin, dass uns erklärt wurde wo die Brechtüten zu finden waren. An der Innenverkleidung fehlten Schrauben und die Verkleidung der Tragflächenstützen hatte auch schon ein paar Risse … Fast 45 Minuten lang dauerte der Flug über die Nazca-Linien und ich muss sagen, dass es sich absolut gelohnt hat. Der Pilot flog ständig enge Kurven rechts und links, so dass jeder aus seinem Fenster auch alle Zeichnungen am Boden sehen konnte. Unglaublich was dort – von wem auch immer – in den Wüstenboden gezeichnet wurde. Alle Beteiligten behielten ihr Frühstück bei sich und wir hatte sehr viel Spaß.

Das Museum der deutschen Forscherin Maria Reiche, die fast ihr ganzes Leben den Linien widmete, haben wir dann nicht mehr besucht – wir brauchten erst einmal einen Schweißbetrieb: Vor einiger Zeit bemerkte ich bei einer Routinekontrolle einen Riss im Hosenrohr (Auspuffrohr) von unserem Iveco. Notdürftig mit einem Flacheisen gestützt, hat es lange gehalten, aber bevor der Auspuff ganz durchgerissen wäre, haben wir ihn lieber schweißen lassen (5 €).

Ein paar Kilometer außerhalb von Nazca liegt der „Cementerio de Chauchilla“ – eine alte Grabanlage mit Mumien. Grabräuber hatten die Gräber schon vor langer Zeit geschändet und die Mumien lagen seitdem über ein weites Gelände verstreut einfach in der Wüste herum. Heute weiß keiner mehr, ob der Kopf wirklich zu dem darunter liegenden Körper gehört 🙂 Auch jetzt noch liegen verstreute menschliche Knochen auf dem Wüstenboden – wir fanden (bzw. Zora fand) mindestens einen Oberschenkel und einen Oberarm … Aber allemal eindrücklich anzusehen!

Es war wieder einmal sehr warm und so beratschlagten wir, ob wir weiter Richtung Süden ziehen sollten – um dann in einem Bogen nach „Arequipa“ und zum „Colca Canyon“ zu fahren – oder ob wir doch erst direkt über die Berge nach „Cusco“ fahren wollten. Die Entscheidung fiel auf Cusco und das war auch gut so – eine Woche später gab es nördlich von Arequipa ein Erdbeben, bei dem 9 Menschen ihr Leben verloren und die Zufahrt zum Colca Canyon verschüttet wurde. Wir wären zu dem Zeitpunkt genau in dem Gebiet gewesen!

Wir fuhren also vom Friedhof zurück nach Nazca und wieder rein in die Berge. Am Ortsausgang stand ein Schild mit einer Entfernungsangabe nach Cusco – wir hielten es beinahe für einen Fehler – da standen ganze 641 Kilometer angeschrieben. „Das kann doch nicht sein!“ – meinten wir beide gleichzeitig – also schnell unser Navi gefragt und auch das bestätigte die Angabe! Booo! Echt jetzt? Also schraubten wir uns wieder höher und höher. Rini sah dann irgendwann weiter oben auf der Serpentinenstraße eine PickUp-Kabine talwärts fahren – das Fahrzeug aber nicht – dafür war der Winkel zu steil. Sie meinte dann: „Da kommen bestimmt Jessy und Benni!“. Ein paar Kurven später sahen wir tatsächlich den Hilux – ein Zufall und eine Freude! Ein kurzer Ratsch am Straßenrand und wir zogen weiter. Da es schnell in Höhen von über 4000 m ging, wählten wir relativ früh einen Nachtplatz um uns zu aklimatisieren. Ich tauschte noch die Hinterräder von rechts nach links und zur Belohnung gab es einen super tollen Sonnenuntergang mit einer unglaublichen Weitsicht.

Am folgenden Tag rollten wir über den 60.000sten Kilometer seit beginn unserer Reise in Halifax. Zwei weitere Fahrtage später trafen wir morgens um zehn in „Cusco“ ein. Ein Verkehrschaos sonders gleichen empfing uns. Alles war verstopft und aus zwei Spuren wurden auf einmal fünf gemacht und zwar so, dass der Gegenverkehr gar keine Spur mehr hatte. Natürlich wurde auch hier von den einheimischen Ralleypiloten der Hupenknopf als einzige Möglichkeit gesehen, um dem Chaos zu entfliehen – natürlich ohne Erfolg! Ein einziger, total überforderter Polizist gab sein bestes um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen – zwei Stunden später waren wir am zwei Kilometer entfernten Campingplatz! JUHU! Alte Bekannte waren auch schon da und versorgten uns sogleich mit einigen Infos.

Drei Tage blieben wir in Cusco und besichtigten die herrliche Altstadt mit ihren Inkamauern und den imposanten Kolonialbauten. Im „Museo del Pisco“, einer Bar die sich voll und ganz dem beliebten Nationalgetränk verschrieben hat, bestellten wir eine „Degustation“ – eine Piscoverkostung und danach gab es noch ein Abendessen. Ein kulinarischer Hochgenuss! Auf dem Campground waren dann auch Reisende, die von ihrem „Machu Pichu“-Besuch berichteten. Was wir da zu hören bekamen bekräftigte unseren Entschluss, dem immer größer werdenden Club der “ Machu Pichu-Verweigerer“ beizutreten. Eigentlich dürfen täglich nur 2500 Besucher die 1911 wieder entdeckte Inkastätte, hoch oben in den Bergen, besichtigen. Wir erfuhren allerdings, dass zur Hochsaison (also jetzt) bis zu 6000 Tickets verkauft werden. Viele dieser Tickets werden dann einfach auf Tage datiert, an denen die limitierte Anzahl von 2500 Stück nicht erreicht wurde. So kommt man also auch auf seinen Schnitt … Nicht nur, dass die Anfahrt mit dem Zug und dem Bus sehr aufwendig und kostspielig ist – nein, wenn man morgens um zehn in den Ruinen sein will, dann muss man sich bereits um vier Uhr morgens am Bus anstellen!

Trotzdem fuhren wir am folgenden Tag ins „Sacred Valley“ – nach „Ollantaytambo“ – und besichtigten das alte Inkadorf mit seinen urigen Steinhäusern. Die „Salinas de Maras“ waren dann ein absolutes Muss auf unserer Tour. Die Salzterrassen sind seit Inkazeiten ununterbrochen in Betrieb und liegen versteckt in einem engen Tal. Der Kontrast der filigranen erdfarbenen Salzterrassen in ihren unendlich vielen Farbschattierungen zu der schroffen Bergwelt ist einfach nicht zu beschreiben. In „Pisac“ sollte dann am Wochenende Markt sein. Wir fanden einen super Stellplatz mitten im Örtchen und hatten nur drei Minuten zum Markt. Zwei Tage schländerten wir durch das quirlige Treiben und feilschten – wieder einmal – um Kunsthandwerk 🙂 Diesmal fand unter anderem ein wunderschöner 3D-Teppich seinen Weg in die tiefen der Iveco-Stauräume … viel Platz ist da jetzt nicht mehr! In einem Hinterhof gab es leckere Empanadas und „Cuy“ (Meerschweinchen) – eine der Nationalspeisen von Peru! Das musste ich probieren! Ich bestellte also „Cuy“ und wählte makaberer Weise genau den Tisch aus, von dem aus die lebenden Cuys mir beim verspeisen ihres Artgenossen zusehen konnten. Fazit: ganz lecker, recht wenig dran und viele kleine Knochen. Rini begnügte sich mit einem Kaffee und einer Katze 😉

Ollantaytambo

Am nächsten Tag trafen wir dann wieder in „Cusco“ ein und freuten uns Irene und Simon wieder zu sehen. Simon meinte dann, er hätte was für mich und brachte kurz darauf zwei ERDINGER-Weißbier daher! Welch ein Genuss! DANKE Simon! Am Abend gingen wir vier zusammen ins „Museo del Pisco“ und bestellten die Pisco-Verkostung noch einmal. Wieder einmal hieß es dann Abschied nehmen – das wievielte Mal eigentlich schon???

Nun machten wir uns auf den Weg zum „Colca Canyon“ (die Zufahrt sollte nach dem Erdbeben bereits wieder geräumt worden sein). Über anfangs gute Teerstraße kamen wir zügig voran, bis es Rini am Abend plötzlich schlecht wurde und sie sich nur noch hinlegen wollte. Ein Nachtplatz war schnell gefunden – allerdings war die Nacht nicht sehr erholsam und Rini fühlte sich am Morgen immernoch schlecht. Wir blieben noch bis Mittag stehen, als sie dann aber meinte – „Ach komm – wir können schon weiter…“ – keine Stunde später bekam sie nach einer Vollbremsung gerade noch die Tür auf um sich zu übergeben – danach ging es ihr plötzlich viel besser 🙂

Die Straße ging über in eine Wellblechpiste und dieser folgten wir für fast 250 Kilometer, bevor wir wieder auf eine geteerte Hauptstraße trafen. Die Landschaft unterwegs war geprägt von kargem Hochland und ärmlichen Behausungen.

An einer Steigung auf 4200 m hatte der Iveco plötzlich keine Leistung mehr. Der Motor drehte bis 2500 U/min und fing dann zu stottern an. „Oh nein – nicht schon wieder die Filter dicht!“ – sagte ich und beschloss erst einmal nur den Separ-Vorfilter abzuklemmen (ich dachte, dass der sich als erstes zusetzt) – allerdings war das Problem bei der Weiterfahrt immer noch da. Es war bereits spät und wir suchten abseits der Straße – in der Wüste – einen Nachtplatz. Am Morgen begann ich dann die Suche nach dem Problem. Als erstes blies ich die Leitung zum Tank mit Druckluft durch – ich vermutete, dass Sieb im Tank könnte dicht sein. Nachdem alles wieder entlüftet war und der Motor immer noch nicht hoch drehte, sah ich in der Leitung zur Einspritzpumpe Luftblasen, die sich mit zunehmender Drehzahl zu Schaum entwickelten. Also hatten wir keinen Filter dicht, sondern irgendwo wurde Luft angesaugt! Ich klemmte die Leitung vom Tank vor der Handpumpe ab und ließ den Motor aus einem Kanister laufen – es kam wieder Luft – also lag es nicht am Tank/der Leitung. Dann klemmte ich den Kanister direkt an den Eingang des Serienfilters – wieder Luft … also war es die Handpumpe auch nicht. Danach tauschte ich den Wassersensor im Filter gegen einen Schraubverschluss – auch kein Erfolg, immer noch Luft! Als nächstes untersuchte ich den Filterkopf und fand – NICHTS – „Also der Filter selber!“. Ein neuer Filter war schnell montiert und ich traute meinen Augen nicht – immer noch Luft in der Leitung! Scheiße! Lange stand ich dann, starrte und überlegte – das allerletzte Bauteil war der Metallstutzen am Filtereingang – ich hoffte, dass der Anschluss identisch mit dem der Handpumpe sei und siehe da – die Schraube und der Stutzen waren gleich. Alles festgezogen uuuuuuuund – keine Luft mehr! JUHUUUU! Entweder der Stutzen hatte einen Haarriss oder die Hohlschraube war gerissen. 4 Stunden Fehlersuche somit von Erfolg gekrönt! Auf zum „Colca Canyon“ hieß es dann!

Mit wieder richtig Power unter der Haube fuhren wir unserem neuen Höhenrekord entgegen – vor dem Colca Canyon muss ein Pass überquert werden – und tata … 4910 m geschafft!

Unterwegs kamen uns die „Tanners“, Edda und Helmut, entgegen – die beiden treffen wir seit Ecuador immer wieder und sie gaben uns ihre Eintrittstickets für den Colca. Vielen Dank euch beiden! Wir schafften es am Abend gerade noch so über die 20 Kilometer Dirtroad bis zum Aussichtspunkt „Mirador Cruz del Condor“. Ganz alleine standen wir auf dem riesigen Parkplatz und waren nach einer frischen Nacht am Morgen die ersten Besucher am Mirador. Bereits um sieben Uhr sahen wir ca. neun der mächtigen und imposanten Anden-Condore, die sich mit Hilfe der Thermik in den Himmel schraubten. Als gegen acht die ganzen Collectivo-Busse mit den Touristen kamen, waren erstmal für über eine Stunde gar keine Condore mehr zu sehen – dann stiegen sie wieder majestätisch aus der Schlucht empor und über unsere Köpfe hinweg – ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis für uns in einer atemberaubenden Kulisse.

Der Weg zurück führte wieder über den Pass, denn „Arequipa“, die zweitgrößte Stadt Perus,  war unser nächstes Ziel. Auf dem Weg dorthin gab es nirgends einen Stellplatz für uns. So fragten wir wieder einmal unsere App „iOverlander“ nach Rat – nördlich der Stadt in den Bergen war ein Wildcampingspot eingetragen. Wir beschlossen diesen anzufahren. Steil ging es aus der Stadt bergauf und die letzten 3 Kilometer schaukelten wir von Loch zu Loch – landeten dann aber auf einem ebenen Platz mit einer grandiosen 5-Sterne Aussicht über die funkelnde Stadt.

Am „Hotel Mercedes“, mitten in Arequipa, fragten wir am nächsten Morgen ob Platz für uns sei – Platz war da und so stellten wir uns gleich neben die Tanners 🙂 Drei Tage blieben wir in Arequipa, besichtigten die imposante Altstadt mit dem riesigen „Plaza de Armas“ und der Kathedrale, besuchten die unglaublichsten Restaurants – wir aßen z.B. geniale Crepes (Rini mit Ziegenkäse, Tomaten und Basilikum und für mich gab es Alpaka-Crep) oder original italienische Pizza mit knusprigstem Boden – hmmm lecker. Am anderen Abend gab es veganes Sushi – ich war erst sehr skeptisch – aber als Rini meinte, dass dieses Restaurant auf Platz vier von TripAdvisor in Arequipa steht, war ich bereit für fischlose Reisröllchen – sie waren UNGLAUBLICH!

Mit dem Taxi fuhr ich noch ins „Ersatzteilviertel“ der Millionenstadt und fand alles was ich suchte. Neue Hohlschraube, Ringanschluss, Kupferringe und frisches Öl für Schaltgetriebe und Verteilergetriebe. Am Camping baute ich die ganze Dieselgaudi wieder so zusammen wie es sich gehört.

Von den Tanners verabschiedeten wir uns – wir werden uns wohl erst im nächsten Jahr irgendwo in Patagonien wieder über den Weg fahren – sie müssen für kurze Zeit heim. Wir ließen Arquipa hinter uns – viel länger hätten wir bleiben können aber unsere Aufenthaltsgenehmigung für Peru lief langsam aus …

Auf einer urigen Gevelroad schraubten wir uns hoch in die Berge zur „Laguna Salinas“. Direkt oberhalb des Salzsees übernachteten wir und nach einer bitterkalten Nacht, auf 4200 m, kam am Morgen kein Wasser mehr aus dem Hahn – die Leitung war eingefroren – Oh je … Nach zwei Stunden sah ich an der Wasserpumpe das Wasser raus laufen, glücklicherweise drückte es nur durch eine Schlauchschelle und das Leck war schnell behoben. Unglaublich eigentlich – außenrum ist alles isoliert – wir haben dann die ganze Anlage nochmal zusätzlich eingepackt.

Nach weiteren 200 Kilometern standen wir dann am höchsten kommerziell schiffbaren Gewässer der Erde – dem Titicacasee! Leider ist es mit dem Umweltbewusstsein der Peruaner nicht weit her. Müll, Müll, Müll – und das überall, auch am Ufer des berühmten Titicacasees. Collectivo-Minibusse werden bis in den See gefahren um sie zu waschen – alles ganz normal. Fährt man einige Zeit hinter einem einheimischen Auto her, dann kann man leider zu oft darauf warten, dass irgendetwas aus dem Fenster fliegt – auch alles ganz normal.

Wir kamen an einem Samstag nach Puno, genau richtig zum Markttag – die ganze Innenstadt ein einziges buntes Treiben – es gab einfach alles zu kaufen… Obst, Gemüse, neue und gebrauchte Kleider, Schuhe, Gewürze, Hundewelpen, Hühner, Nägel, Schrauben, Wunderheiler verkauften Salben und Kräuterchen, und natürlich gab es Essensstände – apropos Essensstände: Wir kauften uns mittags ein großes und sehr wohlschmeckendes Ceviche und als nachmittags der kleine Hunger wieder kam, wollten wir an einem anderen Stand kleine, in Öl gebackene Fische erwerben – in der Pfanne brutzelten mehrere Portionen vor sich hin und ich bestellte eine – aber die Verkäuferin gab uns zu verstehen, es gäbe bei ihr nichts mehr – aha, also kein Essen für Gringos an diesem Stand! Rini konnte es nicht fassen –  noch kein einziges Mal wurden wir angefeindet oder unfreundlich behandelt – eine seltene aber trotzdem eindrückliche Ausnahme.

Die berühmten schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee haben wir nicht besucht, stattdessen fuhren wir zum „Monumento Arqueologico Sillustani“ – alte aus massivem Stein gebaute Grabtürme – teilweise bis zu 12 Meter hoch thronen sie über einem See. Eine tolle Kulisse!

Bis zur Grenze nach Bolivien waren es dann nur noch 80 Kilometer. Unsere Dieseltanks füllen wir noch bis zum Anschlag, da es in Bolivien für Ausländer mitunter schwer und teuer sein kann, an genügend Treibstoff zu kommen – ebenso füllen wir die Gastankflasche – da auch das Gas in Bolivien staatlich subventioniert ist und die Angabe an Ausländern nicht gestattet ist.

Fazit Peru:

Viele Horrorgeschichten hörten wir im Vorfeld – teilweise aus erster Hand. Überfälle mit Waffengewalt, Diebstähle, Einbrüche usw. (wir hörten von einem Pärchen, das in Peru ganze 4x überfallen wurde)! Nichts, aber auch gar nichts dergleichen, ist uns widerfahren. Die meiste Zeit standen wir Nachts über wild – wenn wir auf Campingplätzen waren, dann hingen wir dort meistens gleich für einige Tage fest, weil es so nett und schön war. Zweimal übernachteten wir als „Notlösung“ an Tankstellen. Wir wurden immer freundlich behandelt (außer an dem einen Essensstand) und nie gab es ein böses Wort. Peru hat so unendlich viele historische Stätten, dass sie unmöglich alle zu besichtigen sind. In keinem Land vorher sind wir so viele unbefestigte Straßen gefahren wie in Peru. Das Essen war köstlich und günstig. Gerne wären wir noch viel länger geblieben, aber der Kontinent ist noch groß und wir freuen uns jetzt auf Bolivien.

Ach ja, was uns in Peru immer sehr belustigt hat, besonders wenn wir über Land fuhren, waren die endlos vielen Parteienwerbungen – meist ganz einfache, mal besser, mal weniger künstlerisch wertvolle, auf Häuser gemalte Parteilogos … was wir da alles gesehen haben ist schier unglaublich! Folgende „Dinge“ finden als Parteilogo in Peru Verwendung: z.B. Kochtopf, Blume, Schaufel, Sandale, Spitzhacke, Panflöte, Kartoffel (ein Oval in dem „Papa“ geschrieben steht, da man es sonst noch nicht einmal als Kartoffel identifizieren könnte), Hut, Hahn, Berglandschaft, Baum, Frau mit Kind, Fisch, usw. …

 

  • gefahrene Strecke: 3.142 km
  • Schäden bzw. Verschleißteile:
    – Auspuff gerissen – geschweißt
    – Dieselleitung am Filter undicht (Luft gezogen) – Anschluss erneuert
  • Verluste: keine
  • Plattfüße: keine
  • Ausrüstungs TOPPs:
    Vliesbettwäsche von Lidl – hält auch bei Minusgraden schön warm!

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