Beide fingen wir nach dem letzten Bericht fast zeitgleich das selbe Buch an zu lesen – Stephen King’s „Desperation“…

Die Geschichte beginnt damit, dass ein wahnsinniger, besessener Cop auf dem Highway Nr. 50, der angeblich „Loneliest Road“ – der einsamsten Straße Amerikas – einige Leute entführt und in die Mienenstadt „Desperation“ bringt … Warum ich das erzähle? Wir befanden uns auf besagter Straße, quer durch Nevada … 🙂

Von einem Bekannten bekamen wir schon vor Monaten Koordinaten von „Hot Springs“, mitten in der Wüste von Nevada, fast direkt neben der „50“. Die warmen Quellen (Austin Hot Springs) entpuppten sich als drei große, mit warmem Wasser gefüllte Stahlringe, in denen man gut sitzen konnte. Der Überlauf eines der Becken bildete einen kleinen Tümpel im Wüstenboden und darin befanden sich doch tatsächlich Goldfische – wir mussten zweimal hinsehen und konnten es fast nicht glauben – Goldfische in der Wüste … hatten wir so auch noch nicht gesehen.

Es war später Nachmittag und am Horizont zogen Gewitterwolken auf. Wir unternahmen noch einen Spaziergang zu einer verlassenen Miene, die wir oberhalb der Quellen entdeckt hatten. Da es nach Regen aussah, ließen wir die Kamera im Auto und liefen los. Kurz vor der Miene erschraken wir beide fast zeitgleich, als sich vor uns auf dem Weg eine ca. 80 cm lange Schlange bewegte. Maserung und Kopfform merkten wir uns und ließen sie ihres Weges ziehen. Die Mienenschächte, die wir vorfanden, wurden senkrecht in die Erde durch hartes Gestein getrieben, um an das (Eisen)erzhaltige Material zu kommen. Ganz schön gruselig mit dem Buch von King im Hinterkopf … Zurück beim Auto beobachteten wir das Gewitterschauspiel am Horizont und nahmen das Schlangenbuch zur Hand – es war eine Kiefernnatter (Pituophis catenifer). Am nächsten Morgen war es kalt und es regnete. Wir liefen halb nackt die 20 Meter zu einer der Quellen und setzten uns in das warme Wasser. An diesem Tag fuhren wir dann 297 Kilometer und landeten auf dem niegel-nagel-neuen, kostenlosen Campground „Cleeve Creek“. Das Wetter war nicht so besonders und so legten wir einen Ruhetag ein. Tags drauf unternahmen wir einen kleinen Spaziergang durch die herrlich leuchtenden Herbstfarben um uns herum und sahen etwas besorgt auf die schon gezuckerten Berge im Osten. Utah, unser nächstes Ziel, liegt generell sehr hoch …

Bei der Weiterfahrt Richtung Delta sahen wir schon von weitem an einem Ortseingang ein Polizeiauto stehen – also verringerten wir die Geschwindigkeit und fuhren vorbei. Ich traute meinen Augen nicht: In dem Auto saß eine Puppe … so spart man hier also Personalkosten 🙂

Weiter ging es nach Richfield, wo wir nach langer Zeit mal wieder unsere Vorräte bei Walmart auffüllen konnten. Vor uns lagen einige der schönsten Nationalparks der USA. Am „Capitol Reef“ entlang ging es auf wunderschön bergiger Strecke nach Escalante, wo wir uns im Visitorcenter als erstes nach dem Wetter erkundigten. Als die Ranger für die nächsten 3 Tage keine besonderen Wetter-Warnungen aussprachen, ließen wir uns das kostenlose Campingpermit für die „Hole in the Rock Road“ ausstellen, welches es uns erlaubte, 7 Tage in dem Gebiet frei zu campen.

Von Escalante aus ging es ein paar Kilometer zurück zum Anfang der Gravelroad. Zuerst sehr gut zu befahren, später mit viel Wellblech, waren wir nach 20 Kilometern am „Devils Garden“. Zwischen bizarren Sandsteinformationen spazierten wir umher und schaukelten am späten Nachmittag weiter zum Abzweig der Piste zum „Egypt-Canyon“ – unterwegs dann die erste  Klapperschlange auf dem Weg, eine Massassauga oder Zwergklapperschlange (Sistrutus Catenatus).

Am Abzweig empfing uns die Piste mit brutalem Wellblech, dann ging es durch ein kleines Flussbett und teilweise über blanken Fels weiter. Es wurde dunkel und 3 Kilometer vor Ende der Piste gaben wir auf – es war einfach viel zu steil für uns. Schleifspuren von Differenzialen auf dem Fels zeugten davon, wie hart das Material rangenommen werden muss – um ans Ende der Road zu kommen. Wir übernachteten neben der Piste und am nächsten Morgen fielen uns die Augen aus dem Kopf. Wir standen auf einem Hochplateau und nur ein paar Meter hinter uns ging es ca. 100 m senkrecht nach unten: Ein unglaublicher Anblick!

Zu Fuß ging es dann in der unwirklichen Landschaft am Canyonrand entlang. Wir blieben noch einen weiteren Tag in dieser einsamen Gegend und fuhren – nein – holperten zurück zur „Hole in the Rock Road.“ Nochmal 20 Kilometer weiter südlich parkten wir auf dem „Dry Fork“-Parkplatz, um von dort eine Wanderung in zwei Slot-Canyons zu unternehmen – den „Spooky Gulch“ und den „Peek-a-Boo Gulch“. Der Weg zu den Canyons führte abenteuerlich über schroffe, schräge Felsplatten und war nur durch Steinhäufchen gekennzeichnet. Der Boden in den teilweise sehr engen Canyons war noch mit dem dicken, nassen Lehm der letzten Flut bedeckt, so dass unsere Schuhe binnen kürzester Zeit eine doppelte Sohle bekamen, aber das war uns sowas von egal – der Anblick, der durch Wasser und Sediment geformten Canyons, war schlichtweg gigantisch! Wir blieben auf dem Parkplatz stehen und Nachts begann es leicht zu regnen. Ich machte mir Gedanken in der Nacht, ob und wie wir die knapp 50 Kilometer zurück schaffen würden, wenn die Piste unter Wasser steht. Glücklicherweise war der Regen am Morgen vorbei und wir fuhren ohne Probleme nach Escalante zurück. Am Visitorcenter noch mal das Wetter gecheckt und ab ging es in den nächsten NP – der „Bryce Canyon“ stand als auf dem Plan.

Wir übernachteten 10 Kilometer gegenüber vom Park, um am Morgen ganz früh die Wanderschuhe zu schnüren. Am Parkeingang zeigten wir wieder unseren Jahrespass und bekamen die Parkzeitung und den Parkplan mit allen Wanderwegen vom Ranger ausgehändigt. Oben am Parkplatz war der Ausblick in den Canyon so gewaltig, dass wir erstmal stumm nebeneinander standen – um dem Gehirn Zeit zu geben, die Infos der Augen zu verarbeiten. Was die Erosion hier in Jahrmillionen geschaffen hat, dürfte in dieser Art wohl einzigartig sein. Wir wanderten ca. zwei Stunden im Tal durch die bizarre Landschaft und kamen nach einem beschwerlichen Aufstieg zum Canyonrand fix und fertig wieder beim Auto an, wo wir erst einmal eine Kaffeepause brauchten. Später duschten wir noch für 2$ herrlich heiß am General Store. Was für ein gelungener Tag 🙂

Auf wunderschöner Strecke ging es über Kanab weiter Richtung Page. Auf halbem Weg zwischen den beiden Orten nahmen wir die Dirt-Road nach „Old Paria“ – einer ehemaligen Filmkulisse – von der heute leider nichts mehr steht. Wir waren gerade am Parkplatz am Ende der Piste angekommen, als ein weiteres Fahrzeug ankam – Wolfgang aus dem Ruhrpott im Miet-SUV – wir kamen sofort ins Gespräch und erfuhren, dass er schon oft in dieser Gegend unterwegs war. Dies war sein letzter Tag in den USA – morgen ging sein Flieger zurück nach Hause und so überhäufte uns Wolfgang mit seinen übrigen Lebensmitteln. VIELEN DANK NOCHMAL WOLFGANG! 🙂 Ein kleiner Spaziergang sollte uns zu den wenigen Überresten der Filmkulissen bringen – aber leider war der Paria River so angeschwollen, dass wir nicht ans andere Ufer kamen – zurück beim Auto fanden wir noch eine weitere Tüte mit Leckereien auf der Trittstufe vor 😉

Die nächste Etappe nach Page war nur noch ein Katzensprung. Mal wieder voll genervt vom nicht funktionierenden Internet, wechselten wir unseren Standort von „McDonalds“ zu „Jack in the Box“ und plötzlich hielt mir Rini ihr Handy unter die Nase mit dem Kommentar: „Schau mal, ich hab gerade den Standort von Dagmar und Lars bekommen!“ – Ich sah auf dem Bildschirm die Nadel in Page stecken – DAS GIBT ES DOCH NICHT! 🙂 … Bereits vor unserer Reise hatten wir Kontakt mit Dagmar und Lars (www.gespanntreisen.com) und ihr Toyota stand mit unserem Iveco zusammen auf dem Schiff. Allerdings konnten sie erst eine Woche später fliegen, weil kein Platz für Foppolo – ihren Bergamasker Hirtenhund – im Flugzeug war. Monatelang haben wir uns per Whatsapp und E-Mail ausgetauscht und jetzt sollten wir uns also zufällig im selben Ort treffen – Klasse! Rini sendete sofort eine Nachricht, dass sie 30 min warten sollten … Ein großes „Hallo“ als wir auf den Parkplatz rollten. Foppolo hat in den USA einen Spielgefährten bekommen – Anthony, ein Bergamasker Welpe – bereichert die Sachsentruppe 🙂

Die Zeit verging wie im Fluge und wir beschlossen, zusammen einen Nachtplatz anzusteuern – der Parkplatz vom „Horseshoe Bend“ war unser Platz für diesen Abend. Leider fing es später noch richtig heftig zu regnen an und so verquatschten wir den Abend zu viert bei uns im Iveco. Am Morgen war das Wetter wieder super und wir besichtigten den „Horseshoe Bend“ – der Colorado River macht hier eine unglaubliche Schleife – tief in das Gestein eingeschnitten fließt er weit unten im Canyon langsam vor sich hin. Ohne irgendeine Absicherung steht man an der Schlucht und blickt in die Tiefe.

Da die Chemie zwischen uns allen stimmte beschlossen wir gemeinsam, ein paar Tage zusammen zu verbringen. Als erstes ging es die paar Kilometer zurück zum „Lone Rock Campground“ am Lake Powell. Dort verbrachten wir zwei tolle Tage vor einer unglaublichen Kulisse und hatten herrliche Lagerfeuerabende. Zusammen fuhren wir weiter ins Navajo Gebiet. Dort besuchten wir zuerst das „Navajo National Monument“ – uralte Gebäude unter einem riesigen Felsüberhang, bevor es weiter durchs „Monument Valley“ nach Mexican Hat ging. Beim Tanken sprach mich Chris an. Begeistert vom Iveco erzählte er mir gleich, dass er mit seiner Freundin gerade einen ganzen Tag lang seinen Van aus einem Flussbett freigeschaufelt hatte – so sah der Van auch aus! Chris hat uns dann noch zu sich nach Kalifornien eingeladen und meinte, wir könnten jederzeit vorbei kommen – Unser nächstes Ziel war aber erst einmal das „Vallye of the Gods“.

Dagmar und Lars fuhren ein paar Kilometer in die Piste, während wir erst noch die „Moki Dugway“ unter die Räder nahmen – eine Schotterstraße, die in engen Serpentinen auf eine Hochplateau-Abbruchkante führt. Die Aussicht von oben war gewaltig. Pünktlich zum Sonnenuntergang war dann unsere kleine Reisetruppe wieder zusammen. Blendender Sonnenschein am Morgen machte dann richtig Lust auf das „Tal der Götter“ – und tatsächlich, das Tal, die Piste, das Licht – einfach alles war göttlich. Die Kamera kam gar nicht mehr zum verschnaufen, hinter jeder Biegung und hinter jedem Felsen boten sich immer bessere Fotomotive.

Zurück auf der Teerstrasse ging es nach Blanding um ein paar kleine Besorgungen zu machen (Brot) und 20 Kilometer später nisteten wir uns als einzige Besucher auf dem, wunderschön im Wald gelegenen, National Forest-Campground „Devils Canyon“ ein. Als das Lagerfeuer schon schön brannte begann es zu regnen 🙁 Naja, wir können ja nicht immer Glück mit dem Wetter haben … (Es kam noch viel schlimmer!). Bei der Abfahrt am nächsten Morgen sahen wir, dass die Berge um uns herum weiß gezuckert waren – 100 m höher und wir hätten am Morgen Schnee auf dem Auto gehabt! Im nächsten Städtchen Monticello nahmen wir bei leichtem Schneefall eine Abkürzung zur ersten Stichstraße in den „Canyonlands NP“. Die Abkürzung führte über einen 2700 m hohen Pass und auf dem Weg in die Höhe wurde der Schneefall immer heftiger. Bevor wir uns richtig versahen waren wir mitten im Winter, geschlossene Schneedecke, kein Räumdienst und 25 cm Schnee auf der Straße. Wir waren heil froh, als wir auf der anderen Seite unversehrt wieder griffigen Asphalt unter den Rädern hatten!

Unten angekommen machten wir noch einen kurzen Stop am „Newspaper Rock“ (eine mit rund 2000 Jahre alten Petroglyphen übersäte Felswand) und fuhren dann die letzten Kilometer in den „Canyonlands NP“ auf den dortigen, malerisch gelegenen Campground. Das Lagerfeuer fiel am Abend etwas kleiner aus, da es wieder mal zu regnen begann. Rini und ich unternahmen am Morgen einen kleinen Spaziergang auf die abgerundeten Felsformationen. Dagmar und Lars blieben mit den Hunden bei den Fahrzeugen, da es wieder einmal mit Hunden verboten war die Trails zu laufen. Kurz vor Abfahrt pumpte ich – wie in den letzten zwei Tagen davor auch – noch den rechten Hinterreifen auf. Über Nacht verlor er immer 2 Bar.

Der „Needles Overlook“ war unser nächstes Ziel. Dort am Aussichtspunkt angekommen, fiel uns allen erstmal die Kinnlade nach unten – um die Aussicht von dem Plateaurand zu beschreiben, sind Worte einfach nicht genug. Man kommt sich klein und unbedeutend vor – angesichts dieser großartigen Canyonlandschaft. Entfernungen und Höhen zu schätzen ist schlicht und ergreifend nicht möglich, ebenso wenig gelingt es, diese gewaltigen Dimensionen auf ein Foto zu bannen. Der Anblick hat sich aber für immer und ewig in unsere Gehirnwindungen eingebrannt. Wir suchten uns einen Nachtplatz, 50 m vom Plateaurand entfernt und sammelten Feuerholz. Lange saßen wir an diesem Abend am wärmenden Feuer. Am Morgen klingelte der Wecker kurz vor Sonnenaufgang. Rini blieb im warmen Bett liegen und ich quälte mich bei Null Grad aus dem Auto und ging zur Kante – Lars war mit den Hunden auch schon da und so wurde das Warten in der Kälte nicht langweilig. Nach gefühlten 100 Bildern zogen wir uns in die geheizten Autos zurück. Der rechte Hinterreifen war an diesem Morgen dann ganz platt 🙁 AHHHHHH!!!!!!! Nach dem Frühstück wurde der Reifen nochmals aufgepumpt und wir fuhren aus dem Gelände auf den 100 m entfernten Parkplatz des Aussichtspunktes. Eine grandiosere Kulisse kann man sich für einen Reifenwechsel gar nicht wünschen! Wir waren ja schon gespannt, was diesmal wieder das Problem war – aus dem Reifen holte ich einen geflickten 7,50/8,25er Schlauch – den hatten wir in Alaska vulkanisieren lassen und wohl dort auch gleich wieder verbaut. Rini hat den Schlauch dann in die nächste Mülltonne entsorgt. 🙂 Nach getaner Arbeit ging es die Stichstraße zurück und wir nahmen eine tolle Gravelroad als Abkürzung. Angekommen in Moab ging es in den Supermarkt und dann auf einen Campingplatz, wo wir uns mit zwei Autos eine Campsite teilten. Dort wurde Wäsche gewaschen und es gab heiße Duschen 🙂

Kurz hinter Moab nahmen wir am folgenden Tag die Straße am Colorado River entlang. Diese geteerte Straße endet irgendwann und geht in den „Shafer Trail“ über, welcher wiederum im „Camyonlands NP“ endet. Nach ca. 5 km auf dem steinigen und teilweise sehr steilen Trail gaben wir wieder mal auf. Die Vorderachse krachte – als ob sich alle Traggelenke auf einmal verabschieden würden. Also fuhren wir außen rum in den Nordeingang des NP und landetet spät abends auf dem „Horsethief Campground“.

Die Hauptattraktion im nördlichen Teil des „Canyonland NP“ dürfte wohl der „Mesa Arch“ sein. Rini und ich gingen zuerst den kurzen Trail zum Arch, während Dagmar und Lars zusammen mit den Hunden auf dem Parkplatz warteten (Hunde am Trail nicht erlaubt). Der „Mesa Arch“ ist wirklich eine Wucht, der Felsbogen thront über einer senkrechten Felswand und man blickt durch den Bogen in die Tiefe. Muss man gesehen haben! Als wir nach einer halben Stunde zurück waren übernahmen wir die Hunde und so konnten Dagmar und Lars den Arch besichtigen. Bevor es weiter ging gab es erstmal Kaffee für alle. Als wir so rumstanden und Kuchen aßen kam ein Toyota mit einer kleinen Kabine daher gefahren, dem man die Reisejahre deutlich ansah. Die Tür ging auf und eine alleinreisende, ältere Dame gesellte sich zu uns. Die Italienerin erzählte, sie sei seit 6 Jahren unterwegs! Unglaublich! Nach einem kurzen Plausch zogen wir dann weiter und nach der Besichtigung der grandiosen Canyonlandschaft, von verschiedenen Aussichtspunkten aus, ging es zurück Richtung Moab – wo wir kurz vor der Stadt in den „Arches Nationalpark“ abbogen.

Wir zeigten wieder unseren NP-Pass aber der Ranger machte uns nicht viel Hoffnung, dass wir auf dem einzigen Campground im Park am Abend noch einen Platz finden würden – es wäre recht viel los … Das komische an der Sache ist, dass der Self Registration-Campground ganz am Ende der Stichstraße in dem Park liegt und man erst 30 Kilometer dorthin fahren muss um zu sehen, ob etwas frei ist. Wild stehen im Park ist natürlich nicht erlaubt! Von März bis Oktober – so heißt es – ist es sowieso aussichtslos, auf einem der schönsten Campgrounds Nordamerikas, abends einen Stallplatz zu bekommen. Wir drückten also alle Daumen und Pfoten und fuhren die 30 Kilometer in den Park. Am Ende angekommen, freuten wir uns über einige freie Stellplätze und beschlossen gleich zwei Tage zu bleiben. Rini und ich, wir schnürten am nächsten Morgen die Wanderschuhe und liefen hinein in die unwirkliche Landschaft – geformt in 100 Millionen Jahren von Wasser, Eis und extremen Temperaturen. Mehr als 2000 Steinbögen (engl. Arches) befinden sich in dem weitläufigen Gebiet – unter anderem auch der längste Steinbogen – der „Landscape Arch“ – mit einer Spannweite von 306 Fuß. 1991 brach aus dem „Landscape Arch“ ein 60 Fuß langes, 11 Fuß breites und 4 Fuß dickes (1 Fuß = 30,48 cm) Felsenstück aus der Unterseite heraus und hinterließ dadurch nur noch ein schmales Felsenband. Ein Besucher hat sogar ein Foto von dem Einsturz geschossen, welches auf einer Infotafel zu sehen ist.

Am Nachmittag fuhren wir zum Trailhead des „Delicate Arch“, Dagmar kam mit uns und Lars blieb mit den Hunden auf dem Campground. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, hatten wir alle noch dicke Sweatshirts an, die wir aber schnell nach ein paar Höhenmetern ablegten – es wurde immer wärmer. Die ca. 2,4 Kilometer zogen sich etwas bergauf, aber alle uns entgegenkommenden Besucher hatten ein brutales Grinsen im Gesicht und jeder meinte: „Es lohnt die Mühe!“. Fast angekommen, kletterten wir ca. 6 m auf einen Felsvorsprung hoch um durch ein Loch in der Felswand zu schauen und dahinter war er dann zu sehen – der „Delicate Arch“ – im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der „La Sal Mountains“. Ein Bild, das sich wieder in die Gehirnwindungen eingebrannt hat – gefolgt von der Bitte, dass niemals Alzheimer zuschlägt und dieses Bild vergessen macht. Nach unzähligen Fotos wanderten wir zurück zum Auto und hatten wohl das gleiche Grinsen im Gesicht wie die anderen vor uns.

Am nächsten Morgen, nach einem Besuch des Arches-Visitorcenters, war es dann leider so weit – wir mussten uns von Dagmar, Lars, Foppolo und Anthony verabschieden. Unsere Wege trennten sich hier erst einmal. Wir fuhren Richtung Colorado und gespanntreisen.com machten sich auf den Weg nach Las Vegas.

Hoffentlich sehen wir uns wieder – wir hatten eine super tolle Zeit zusammen!

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