Wir verabschiedeten uns vier Tage vor Silvester von Manuela und Uli mit dem Unimog und von Beate und Dieter im MB917. Spätestens am 31. Dezember wollten wir uns wieder zusammenfinden um gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen.

Von Borrego Springs aus zog es uns jetzt erstmal ein Stück Richtung Westen über die Berge. Ganz oben am Pass angekommen änderte sich die Vegetation schlagartig. Keine Kakteen mehr, dafür wurde es üppig grün und es gab auch wieder richtige Bäume. So ein krasser Unterschied nach nur ein paar wenigen Kilometern. Auf einer „free Campsite“ unter riesigen Pinien verbrachten wir zwei Tage und arbeiteten am letzten Bericht, den wir unbedingt noch im alten Jahr online stellen wollten.

Über eine große Schleife ging es für uns zurück nach Palm Springs. Nachdem wir im Walmart unsere Vorräte ergänzt hatten, versuchten wir mal wieder mit dem schlechten Wlan unseren neusten Bericht hochzuladen. Es dauerte Stunden! Wir sagten uns wieder einmal, dass dies so nicht weitergehen könne und bestätigten damit unsere Entscheidung von vor einigen Wochen, endlich einen Starlink zu bestellen. Das ersehnte Paket mit der Satellitenschüssel war schon auf dem Weg und sollte die nächsten Tage in einem UPS-Point ankommen.

Am 31. hatten wir ein gemeinsames Abendessen geplant und so kochten wir am Vormittag noch Blätterteigschnecken für alle. Etwas außerhalb von Palm Springs trafen wir am Nachmittag am vereinbarten Treffpunkt ein. Der Unimog und der 917 waren auch schon da und 15 min später trafen noch Judith und Arthur (Yoda Travels) mit ihrem Steyr ein. Die zwei kannten wir noch nicht persönlich, aber Manuela und Uli hatten die beiden schon in Kanada getroffen. Es gab viel zu erzählen und so vergingen der Nachmittag und der Silvesterabend am Lagerfeuer ruck zuck und bevor wir uns versahen war es Mitternacht.

Am nächsten Tag welch Freude! Unser Paket war laut Onlineverfolgung zugestellt. Da Manuela und Uli eh in die Stadt fuhren, um selbst ein Paket im gleichen Shop abzuholen, brachten sie unseres gleich mit. Mit meinem Ausweis und einer kurzen E-Mail war das kein Problem. Wieso wir eine E-Mail schreiben konnten? Yodas hatten bereits einen Starlink und so hatten wir sogar mitten in der Wüste Highspeed-Internet 🙂 Yodas waren super zufrieden mit ihrem System, allerdings nervte sie das ewige Auf- und Abbauen der Schüssel. Arthur zeigte mir und Uli dann ein Youtube Video, in dem jemand eine Satellitenschüssel aufschneidet und die Schüssel dann ohne den Motor flach auf das Dach seines Wohnmobils baut. Somit hat er auch Internet während der Fahrt. Arthur wollte das auch machen und fragte uns, ob wir eine Idee für eine Box hätten, um diese auf das Kabinendach zu bauen. Arthur dachte an einen 3D Druck, Uli wollte eine Blechkiste bauen und ich schlug eine Holzkiste vor.

Dieter und Beate verabschiedeten sich und wir anderen drei fuhren erstmal zusammen zum Einkaufen und anschließend zum Baumarkt. Leider fanden wir keine passende Box in die Satellitenschüssel gleich rein gepasst hätte. Die Unimogbesatzung fuhr schonmal vor zu unserem nächsten Nachtplatz und wir statteten mit Yodas noch einem anderen Baumarkt einen Besuch ab. Auch da gab es keine passende Kiste. Also doch Holz! Lange Rede… Der Zuschnitt war eine absolute Katastrophe. Unterschiede um 5 mm! Naja dachten wir, Uli hat ja eine Stichsäge dabei 🙂

Dichtband, Schrauben und eine Plexiglasscheibe mussten dann auch noch gesucht werden und als wir aus dem Baumarkt auf den Parkplatz traten war es bereits finster. 100 Kilometer waren es noch bis zu unserem Nachtplatz. Das erste Mal auf der Reise fuhren wir im Dunkeln (normal vermeiden wir das immer).

Der Nachtplatz war am Ufer des Salton Sea. Der See entstand als 1905 ein Damm des weit entfernt fließenden Colorado River brach und zwei Jahre lang mit seinem Wasser den See wachsen ließ. Da der See keinen Abfluss und auch nur ganz kleine Zuflüsse hat, kippte er eines Tages um. Am 4. August 1999 kam es dadurch zu einem gewaltigen Fischsterben. An nur einem einzigen Tag verendeten 7,6 Mio. Tiere. Den Gestank konnte man bis Palm Springs riechen. Auch heute noch „riecht“ es von Zeit zu Zeit etwas seltsam am Salton Sea, aber das störte uns nicht weiter.

4 Tage blieben wir und hatten gut zu tun. Am ersten Tag begannen wir den Unimog zu zerlegen. Ein neuer Krümmer und ein neuer Turbo waren aus Deutschland eingeflogen und warteten auf den Einbau. Anderthalb Tage schraubten wir gemütlich bis alles wieder heile war.

Danach begannen wir die Kiste für Yodas Starlinkschüssel zu bauen. Das ging mit Ulis Stichsäge hervorragend. Allerdings war das die leichtere Übung, denn dann folgte eine etwas kompliziertere Aktion. Wir mussten den Motor aus der Schüssel entfernen. Dazu musste die Schüssel zerschnitten werden. Nun ja – der Motor war entfernt, das Anschlusskabel war zerschnitten um es durch die Dachdurchführung zu fädeln und als alles wieder angeschlossen war tat das System erst mal nix mehr. Wir dachten schon alles sei umsonst gewesen und der Starlink jetzt defekt. Aber nach einem nochmaligen Verbinden der getrennten Kabel mittels CAT 6 Stecker erwachte das System wieder zum Leben. Aktion „Starbox“ erfolgreich abgeschlossen 🙂

Wir waren alle inzwischen zu so einem guten Team geworden, sodass wir beschlossen einige Zeit zusammen zu reisen. Wir machten online noch eine KFZ-Versicherung für Mexico klar, es war ja nicht mehr weit… Zwei Tage später parkten wir alle drei LKWs am Walmart in Calexico. Ich konnte dann in der Autoabteilung noch unser altes Getriebeöl zum Entsorgen abgeben. Im Steyr gab es wieder mal einen Spieleabend zu sechst – unglaublich was in der Kabine Platz ist!

Um fünf klingelte der Wecker. Wir wollten um sechs Uhr bei Grenzöffnung die Ersten sein, wussten wir ja nicht wie lange wir für die Einreise mit drei LKWs brauchen würden. Pünktlich standen wir am Grenzübergang und nach einer wirklich kurzen Fahrzeugkontrolle, bei der nur in ein paar Schränke geschaut wurde, durften wir weiter zur Einreise. Es war halb sieben. 10 min später schickte man uns zur (in das Grenzgebäude integrierten) Bank, um dort die Einreisegebühren zu begleichen. Am Bankschalter sahen wir dann die Öffnungszeiten: 8:00 bis 24:00 Uhr 🙂 Willkommen in Mexiko! In der Abfertigungshalle blockierten wir eine ganze Linie und machen uns erstmal Frühstück. 15 Minuten vor acht standen wir wieder vor der Bank und schoben der Angestellten hinter der Glaswand unsere Papiere zu. Diese tippte dann auf das Öffnungszeitenschild und meinte, die Bank öffne erst um acht. Nun ja, der Papierkram mit Autoeinfuhr und allem Drum und Dran zog sich dann bis zehn Uhr. Dann hieß es endlich „Hallo Mexiko!“.

Im Walmart füllten wir die frischen Sachen auf und fuhren bis San Felipe, alle wollten so schnell wie möglich ans Meer. Auf einer kleinen Steilküste parkten wir abends die Fahrzeuge, öffneten ein Bier und sahen die ersten Pelikane. Was ein herrlicher Anblick.

Wir zogen am nächsten Tag weiter zu einem feinen Sandstrand ein paar Kilometer südlich von San Felipe. Yodas fuhren voraus und mit vollem Luftdruck auf den Strand. Ich war überrascht, wie weit es der Steyr mit vollem Luftdruck geschafft hatte, bevor es nur noch Richtung Erdmittelpunkt ging. Ich ließ dann auch schonmal vorsichtshalber Luft ab. Beim Toyota und auch beim Iveco wusste ich ja mit wie viel Luft es im Sand geht – beim Benz mussten wir uns erst rantasten. Natürlich war ich etwas zu zaghaft und versenkte den Benz gleich zweimal 🙂 aber mit ein bisschen schaufeln, zwei Sandblechen und noch weniger Luft ging es dann sehr gut. Drei Tage blieben wir auf dem einsamen, kilometerlangen Sandstrand, bevor wir weiter in Richtung Süden fuhren.

Als wir von der wenig befahrenen Mex 5 auf die Mex 1 abbogen, genehmigten wir uns in einem Restaurant die ersten Fish Tacos. Die Mex 1 ist immer noch so schmal wie vor sieben Jahren. Das Fahren ist mega anstrengend, rechts hört der Asphalt mit einer 30 cm Kante einfach auf und bei LKW-Gegenverkehr passt teilweise kein Blatt Papier zwischen die Spiegel.

Wir bogen auf die 12 ab und fuhren durch einen wunderschönen Kaktusgarten zur „Bahia de los Angeles“. Ganz am Ende der Bucht in „La Gringa“ waren wir 2015 schonmal – damals ganz allein. Bei unserer Ankunft standen ca. 10 andere Camper am Strand. Ein Motorölwechsel war seit 1000 Kilometern überfällig und so holte ich den leeren 20l-Kanister hervor und drehte den Schlauch auf das Ventil in der Ölwanne. Uli kannte kein Ablassventil und notierte es gleich auf seiner Muss-ich-haben-Liste.

Nach zwei Tagen wechselten wir auf die Pazifikseite und standen wieder relativ nah am Wasser. Beim Spieleabend im Steyr bekam Arthur plötzlich eine Warnmeldung auf sein Handy: Sturmwarnung, 5-6 Meter hohe Wellen. Wir beschlossen sicherheitshalber den Strand zu räumen und auf eine kleine Anhöhe zu fahren.

Im Supermarkt in Guerrero Negro füllten wir das Nötigste auf, besorgten endlich mal etwas Bargeld und fuhren dann durch eine Salzgewinnungsanlage bis zum äußersten Rand ans Wasser. Dort, an einem kleinen Restaurant, gibt es einige Stellplätze. Wir richteten uns ein, gingen abends Tacos Essen, bestellten Ceviche und tranken Margaritas. Ein herrlicher Abend! Aber deswegen waren wir nicht an diesem Ort. Jedes Jahr zieht es tausende Grauwale in die Gewässer der Baja und vor allem in die Bucht „Laguna Ojo de Liebre“. Ganz nah soll man hier den Walen kommen. Am nächsten Tag war es dann so weit. Zu siebt und mit Schwimmwesten ausgestattet ging es nach Zahlung von umgerechnet 55 US$ pro Person mit dem Boot hinaus in die Bucht.

Wenn ein Wal gesichtet wurde, warteten wir ab ob der Wal von sich aus zum Boot kam. Niemals wird hier den Kolossen hinterhergefahren. Wir entdeckten eine Walkuh mit einem Jungen und die Beiden kamen bis zum Boot. Das Muttertier hat das Kleine dann direkt am Boot aus dem Wasser gehoben und uns kam es so vor als wolle sie uns sagen: „Schaut her – was ich für ein tolles Baby hab!“ 🙂 Was für ein ergreifender Moment!

Zurück auf der Mex 1 wechselten wir wieder auf die Golfseite. Am Playa Santa Ines hatte es uns 2015 so gut gefallen, dass wir da unbedingt nochmal am Strand stehen wollten. „Unser“ Platz war leider von einem anderen Camper besetzt, aber nach einem kurzen Schwätzchen erfuhren wir, dass sie eh gerade am Aufbrechen waren. Juhu! Zwei Tage blieben wir und verabschiedeten uns danach erstmal von den anderen…

Wir wollten nach Mulege. In diesem kleinen Ort hatten wir 2015 unsere Zora auf der Straße aufgegabelt. Seit sieben Jahren lebt und reist sie nun schon mit uns. Wir waren so gespannt ob sie sich an etwas erinnern würde (natürlich glaubten wir das nicht wirklich). Wir liefen mit Zora durch die Gassen und sie verhielt sich wie immer 🙂 Nun ja – eigentlich verhält sich Zora in letzter Zeit nicht wie immer. Sie hat ein Problem mit anderen Hunden und reagiert unsicher und aggressiv, was uns arg einschränkt seit wir in Mexiko unterwegs sind.

Am Campingplatz in Mulege, waren wir dann richtig enttäuscht. Der Platz hatte nichts mehr mit dem wunderschönen verschlafenen Platz von früher gemein. Alles war eng, die Obstbäume waren verschwunden und der Preis hatte sich vervierfacht. Zu guter Letzt wollte man uns auch noch, weil ansonsten kein Platz mehr war, einfach auf einen Weg inmitten anderer Camper und frei umherlaufender Hunde stellen. Wir suchten das Weite, wuschen noch Wäsche im Örtchen und übernachteten an der Mission. Manuela und Uli tauchten noch auf und gesellten sich zu uns. Die Nacht war sehr ruhig.

Wir verabredeten uns mit den anderen in ein paar Tagen in Agua Verde. Bis dahin verbrachten wir die Tage an einem kleinen Strand an der Bahia Conception. Leider war es sehr windig und die Temperaturen waren auch nicht besonders.

Die ca. 40 Kilometer lange Piste nach Agua Verde war dann wirklich ziemlich „bumpy“. Teilweise konnten wir nur 10 bis 15 km/h fahren. Wir waren mindestens drei Stunden unterwegs bis wir endlich ankamen. Der Unimog und der Steyr hatten es sich schon hinter einem KAT gemütlich gemacht. Wir gingen erstmal – in weiser Voraussicht – ohne Zora auf den Strand. Als wir dort die ganzen frei herumlaufenden Hunde sahen, waren wir mit den Nerven echt fertig. Jeder (der dort campenden Touristen) ließ seinen Hund einfach machen was er wollte. Wir wurden beim Betreten des Strandes gleich mal wild von einem Pitbull angekläfft, der offensichtlich zu einem amerikanischen Sprinter gehörte, wo aber (wie so oft) weit und breit niemand zu sehen war. Geht uns das mittlerweile auf den Sack! Hier konnten wir unmöglich mit Zora bleiben. Fix und fertig von der Situation verabschiedeten wir uns und fuhren ein paar Kilometer zurück.

Glücklicherweise fanden wir eine Bucht, in der zwar auch ein paar Camper standen, aber augenscheinlich ohne Hunde. Zora ist ja eh immer an der Leine und so war es auch für die Katze unserer Nachbarn kein großes Problem. An diesem Strand konnten wir unsere Nerven bei ausgiebigen Strandspaziergängen beruhigen. Mit unserem Starlink konnten wir mit unseren Freunden in der Nachbarbucht auch weiterhin in Kontakt bleiben und Manuela zum Geburtstag gratulieren.

Jetzt musste unbedingt mal wieder ein Supermarkt her. Wir haben zwar immer reichlich Wasser und „normale“ Lebensmittel an Bord, aber was uns wirklich einschränkt sind die frischen Sachen. Obst und Gemüse müssen wir spätestens alle 10 bis 14 Tage auffüllen. Wasser reicht uns eigentlich immer 14 bis 20 Tage. Am Walmart in La Paz gab es Nachschub für die Kühlbox. Geplant war anschließend noch die 80 km bis Todo Santos zu fahren. Das klappte auch, allerdings war der ausgesuchte Stellplatz am Strand für uns nicht erreichbar. Der Weg wurde immer enger, Yodas mussten tiefhängende Telefonkabel hochhalten, um sie nicht abzureißen und zu guter Letzt war der Weg so zugeparkt, dass wir nicht weiterkamen. Also alles wieder zurück und mitten durch die Stadt. Weiter südlich fanden wir einen Spot an einem Surferstrand. Die Wellen bzw. die Brandung schlugen so heftig ans Ufer, dass wir schon dachten nachts nicht schlafen zu können. Aber es ging 🙂

Keine 30 Kilometer weiter standen wir dann wieder an einem Traumstrand. Playa Jimi! Arthur wollte bis ganz nach hinten und versenkte den Steyr im weichen Sand. Diesmal mussten auch bei Yoda die Bleche unter die Räder und kräftig geschaufelt werden. Nach 30 Minuten hatten wir ihn wieder auf festem Untergrund.

Draußen im Meer sprangen die Wale und jeder versuchte mit der Drohne die besten Aufnahmen zu machen. Es waren herrliche Tage bis ein Truck Camper (Pickup mit Wohnkabine) sich 50 Meter neben uns stellte und als erstes der Hund ausstieg. Dieser meinte dann sogleich sich die drei LKWs genauer ansehen zu müssen und es sich in unserem Schatten gemütlich zu machen. Sein „Herrchen“ nahm sein Surfboard und ging an uns vorbei in Richtung Strand. Ich entschuldigte mich bei ihm und bat höflich er möge doch seinen Hund von unserem Camper entfernen oder ihn an die Leine nehmen, da wir unseren Hund so nicht aus dem Auto lassen können. Das sehe er überhaupt nicht ein, wir seien hier schließlich nicht in Kalifornien und hier gäbe es keinen Leinenzwang. Er zog zwar, missgelaunt und widerwillig, den Hund mit sich in Richtung Strand, ließ ihn dann aber gleich wieder laufen. Der erste Weg des Hundes: zurück zu unserem LKW. Ich lief wieder zu dem Typen am Strand und wiederholte mich – er solle bitte seinen Hund von unserem Camper nehmen. Schimpfend sperrte er den Hund in seinen Camper und als er wieder an uns vorbei lief flippte er komplett aus und schrie mich nur noch an. Kam dabei auf mich zu und schrie mir mit kaum 20 cm Abstand direkt ins Gesicht. Ich dachte schon gleich knallt es… tat es zum Glück nicht – aber wohl war mir bei dem Arsch trotzdem nicht. Nach zwei Stunden packte er zusammen und verschwand von dem Strand.

Am Abend, zum Sonnenuntergang, hatten wir dann noch ein fantastisches gemeinsames Abendessen mit Judith, Arthur, Manuela und Uli. Am nächsten Morgen war es dann leider so weit, wir nahmen Abschied von den Vieren. Ihre Überfahrt mit der Fähre aufs Mainland stand kurz bevor. Wir wollen noch eine ganze Zeit auf der Baja verbringen. Der Abschied viel uns echt schwer. Wir waren so eine tolle Reisegruppe und haben die vier richtig liebgewonnen. Als sie abfuhren mussten wir uns wirklich ein paar Tränen verdrücken.

Wir packten auch zusammen und fuhren Nach Cabo San Lucas zum Walmart um unsere Vorräte aufzustocken. Von 2015 wussten wir noch von einem versteckten Wasserhahn neben dem Gebäude. Den Hahn gab es noch, nur leider war kein Parkplatz daneben frei. Also warteten wir in Sichtweite. Tatsächlich fuhr jemand zeitnah davon und wir wollten umparken. Beim Dreh vom Zündschlüssel tat sich nichts und wir blickten uns ratlos an. Alles am LKW war tot. Wenn bei unserem Benz kein Strom mehr anliegt, dann verriegelt auch das Zündschloss und man kann den Schlüssel nicht mehr abziehen. Das war jetzt der Fall. Marina ging schon mal einkaufen und ich begab mich auf Fehlersuche. Erstmal musste ich das Vorhängeschloss am Batteriekasten gangbar machen, seit Monaten hatten wir da nicht mehr reingeschaut. Als die Abdeckung offen war und ich die Batterien überprüfte waren da 26V zu messen. Ich hatte schon einen Verdacht und fünf Minuten später war der Fehler gefunden. Der Natoknochen hatte keinen Kontakt mehr. Ich klemmte beide Kabel auf einen Anschluss und fuhr zum Wasserfüllen. Marina kam mit einem vollen Einkaufswagen gerade als die Wassertanks voll waren – ein klasse Timing!

Jetzt wollten wir nur noch Auto waschen. Dies gestaltete sich aber sehr schwierig. Alle Einfahrten waren zu niedrig und die einzige, wo wir reingepasst hätten, hatte an diesem Tag „keinen Service“. Also vertagten wir den Wellnesstag für den Laster und suchten uns einen Nachtplatz weit außerhalb von San Jose del Cabo. Der Teer hörte auf und eine üble Wachbrettpiste begann. Wir senkten wieder mal den Luftdruck und blieben dann zwei Tage an einem einsamen Sandstrand.

In Los Frailes trafen wir dann Jup und Doro. Die beiden verbringen jeden Winter auf der Baja und haben hier ihren Pickup Camper stehen. Es gab viel zu erzählen und Jup bot mir an, dass wir zusammen mal zum Angeln raus fahren könnten – die Beiden haben nämlich sogar ein Boot! Wir richteten uns weit hinten im Tal ein und bauten aus Totholz einen Zaun um unseren Vorgarten – zum Schutz vor Hunden. Wie lange wir hier bleiben und wohin es uns als nächstes verschlägt? Wir wissen es nicht – aber im nächsten Bericht werdet ihr es sicher erfahren 🙂

 Bis dahin, bleibt gesund und schön, dass ihr wieder ein Stück mit uns gereist seid!

gefahrene Strecke:
2844 Kilometer

Schäden / Verschleißteile:
• Ölwechsel mit Filter
• Natoknochen innen korrodiert – überbrückt

Verluste:
• keine

Plattfüße:
• keine

Ausrüstungs-Topps:
• Multimeter

Ausrüstungs-Flopps:
• nichts 🙂