Fast planmäßig verließen wir am Sonntag, den 10. Mai, Deutschland mit dem Flieger Richtung Halifax/Kanada.

Fast deshalb, weil die Lokführer mit ihrem Streik unseren gebuchten Zug nach Frankfurt ausfallen ließen – somit mussten wir bereits am 9. Mai mit einer früheren Verbindung nach Frankfurt fahren.

Egal. Wir saßen pünktlich im Flieger, welcher uns ohne große Turbulenzen mit einer gigantischen Filmauswahl und nach einem wohlschmeckenden Menü abends, 18 Uhr Ortszeit, nach 7 Stunden wieder auf festem Boden ausspuckte. Im Abfertigungs-Terminal wurden wir das erste mal mit der kanadischen Gelassenheit konfrontiert, alles lief sehr ruhig und entspannt ab – nach zwei/drei Fragen nach dem Grund unseres Besuches drückte uns der nette Beamte den Stempel in den Pass – 6 Monate Aufenthalt – Juhuuuuu!!! Unsere Koffer waren fast die ersten die auf dem Laufband lagen – nach einer kurzen Verabschiedung von anderen Reisenden (die wir spätestens bei der Fahrzeugabholung im Hafen wieder sehen sollten), ging es raus – dort erwartete uns bereits Hans (der seinen VW Amarok auch mit uns zusammen verschifft hat, aber einen früheren Flug nach Halifax nahm), um uns, wie versprochen, mit seinem Mietwagen zu unserem Hotel zu fahren, was für eine Begrüßung! Beim Verlassen des Flughafens trafen uns 24 °C Außentemperatur und strahlender Sonnenschein – Mist, keine Sonnencreme dabei …

Die 35 km bis in die Innenstadt kamen wir aus dem schauen nicht mehr raus – alles so neu für uns… Hans, der schon eine Woche in Halifax war, versorgte uns mit einigen Infos und lud uns um 20 Uhr bei unserem Hotel ab – vielen Dank noch mal dafür!!!!

Am nächsten Morgen – der Jetlag steckte uns brutal in den Knochen – ließen wir es ganz ruhig angehen – die Sonne lachte wieder vom strahlend blauen Himmel und wir machten uns zu Fuß auf den Weg zur Waterfront – unterwegs unsere erste Geschäftstätigkeit in Kanada – wir bestellten einen Kaffee 😉

Da wir wussten, dass die Atlantic Companion – die unser Auto an Bord hatte – 3 Tage Verspätung haben wird und erst am Mittwoch eintreffen würde, nahmen wir uns die Zeit und erkundeten Halifax zu Fuß. Die Zitadelle, der kilometerlange Holzpier mit den unzähligen Geschäften und ein Einkaufszentrum um den daheim vergessenen Steckdosenadapter für Nordamerika zu besorgen. Im Supermarkt kam dann der erste Schock – „Ohje ist das teuer hier“! – das es teuer ist wussten wir ja – aber so??? Naja – hilft ja nix, essen müssen wir! Also besorgten wir als erstes Nutella, Toast und Instantkaffee – das Frühstück im Hostel war somit gesichert 🙂

Dadurch, dass wir im Hotelzimmer perfektes W-Lan hatten – konnten wir uns mit anderen Reisenden am Mittwoch auf der McDonald-Brücke verabreden, um die Companion in den Hafen einlaufen zu sehen. Wir waren alle so glücklich, dass der Pott endlich da war!

Tags drauf – um 10 Uhr – trafen wir uns alle wieder bei der Verschiffungsagentur, um unsere Unterlagen vom Entladen der Fahrzeuge für den Zoll abzuholen – bei der Agentur warteten ca. 20 andere Reisende auf die Unterlagen, es wurde immer später und es tat sich nichts… Wir mussten noch zum Zoll und dann zum 4 km entfernten Hafen, dieser schließt mittags halb 12! Mittlerweile nach 12 Uhr machte man uns keine Hoffnungen mehr, die Fahrzeuge noch an diesem Tag aus dem Hafen zu bekommen. Kurz darauf hatten wir zumindest unsere Zollunterlagen und liefen zum 600 m entfernten Office – dort ging alles sehr schnell, Waffen? NEIN! Lebensmittel? NEIN! – OK- Stempel drauf und raus zu Bettina und Günther – die beiden wollten auch ihren MAN aus dem Hafen holen und hatten sich bereits bis zum Hafen durchtelefoniert – mit dem Ergebnis, dass wir heute doch noch zum Hafen kommen sollen!!!
Zu 6 nahmen wir uns 2 Taxen und ab zum Hafen – alles Daumendrücken hat geholfen! Wir durften unseren Iveco ohne eine Schramme in Empfang nehmen – alles war da und dran. Kennzeichen wieder angebracht und dann lag es vor uns – das zweit größte Land der Welt – wir hatten unser Auto und fühlten uns einfach großartig!

Zurück zum Hotel, unsere Sachen geholt und ab zum nächsten Walmart um dort das Auto umzubauen – schließlich lag die zerlegte DAX im Bett und die Trennwand musste raus. Der ganze Umbau dauerte fast 3 Stunden – an dem Tag waren wir echt fertig! 500 m vom Walmart entfernt übernachteten wir gegenüber der Propangas-Station, wo wir am nächsten morgen unsere Gastankflasche gefüllt bekamen und dort durften wir auch gleich den Wassertank füllen – welch ein Glück!

Im Walmart noch schnell die Lebensmittel ergänzt – naja, schnell ist übertrieben – schließlich sind die Supermärkte nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen – Welche Milch nehmen wir? 0% Fett, 1% Fett, 2% Fett, 1L oder 2L oder 4L Packungen? So ging das fast mit allem!!!

Jetzt wollten wir nur noch raus aus der Stadt – der Highway 103 brachte uns 10 km Richtung Süden – von dort an fuhren wir auf Nebenstraßen den Lighthouse Trail entlang Richtung Lunenburg.

Nach Lunenburg ging es weiter quer durch Nova Scotia auf die andere Seite zur Bay of Fundy. Dort kann man den größten Tidenhub der Erde beobachten – an manchen Stellen gibt es Tidendifferenzen von bis zu 15 Metern! Jeden Tag befördern die Gezeiten 10 Milliarden Tonnen Wasser in die Bucht! Einfach unglaublich und ein wunderbares Schauspiel der Natur….

Bei zurückfließendem Wasser haben wir eine geniale Wanderung auf dem „Meeresgrund“ unternommen… Danach führte uns unser Weg weiter durch den „Bay of Fundy Nationalpark“ und wieder zurück nach Nova Scotia.

Auf dem Weg Richtung Norden, zum Cape Breton Nationalpark, fuhren wir entlang des Cabot Trail, der sich die herrlich raue Küste entlang zieht. Im Nationalpark angekommen unternahmen wir die erste kleine Wanderung auf dem atemberaubenden Skyline-Trail. Der ca. 9 km lange Pfad führte uns durch wunderschöne, zum Teil noch verschneite, Wälder und Hochebenen. Einheimischen zufolge erlebten Nova Scotia, Neufundland und Labrador den härtesten und längsten Winter, mit den ergiebigsten Schneefällen, der letzten Jahrzehnte. Somit mussten wir zum Teil noch über meterdicke Schneefelder laufen, im T-Shirt, bei fast 20 °C! Durch zahlreiche Hinweisschilder wurden wir vor Kojoten, Schwarzbären und Elchen gewarnt welche sich aber leider nicht blicken ließen (war vielleicht auch gut so – da wir noch kein Bärenspray und keine Bärenglocke besorgt hatten).

Weiter auf dem Cabot Trail fuhren wir aus dem Nationalpark in südliche Richtung nach North Sydney, von wo aus die Fähre nach Neufundland ablegt. Der weitere Plan ist es, Neufundland und Labrador zu besuchen.

Anschließend folgt der nächste Bericht, falls wir wieder WLAN finden 🙂

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